FLOYD, Charles Henry, wurde am 7. April 1834 in Greensboro, N.C. als erstes Kind des Philip und der Ann (geborene Miller) Floyd geboren. Sein Vater übte das Amt eines Dorfschullehrers aus und war herzlich aber auch streng. Seine Mutter stammte aus SELMA Alabama, wohin es sie im Herzen immer wieder hinzog sie vermisste die Wälder und wilden Schluchten mit ihrer romantischen Ausstrahlung sehr. Schon schwermütig von Natur aus fühlte sie sich nie so richtig wohl in North Carolina und kränkelte oft. So musste der kleine Charles zusammen mit seiner Schwester Cathy Ann, die er abgöttisch liebte und die nur 2 Jahre nach ihm zur Welt gekommen war, viel auf dem elterlichen Hof mithelfen. Der Hof war klein, aber er half, die Familie, welche nicht sehr wohlhabend war, zu ernähren und das karge Lehrergehalt etwas auf zu bessern.

Floyd liebte Geschichte und Pferde über alles, und so war es nicht weiter verwunderlich, dass er viel las und das Pferd der Familie mit Umsicht und Fürsorge betreute. Seine Schullaufbahn war zwar unüblich, aber als Lehrerssohn auch nicht weiter verwunderlich: er wollte lernen, und so ermöglichte sein Vater, dem viel an der Erziehung seines Sohnes lag, dass er studieren konnte. Wohl mit der Auflage verbunden, nach vollendetem Studium die Auslagen wieder zurück zu erstatten. Er studierte Geschichte in Washington und Montgomery und schloss 1855 nach einer entbehrungsreichen Studienzeit, in welcher er sich trotz der Unterstützung durch seinen Vater nur mit Gelegenheitsarbeiten als Handlanger über Wasser halten konnte, mit Erfolg seine akademische Ausbildung ab. Er liess sich in SELMA, Alabama, nieder und begann, wie sein Vater, als Dorfschulmeister. Sein Interesse für Geschichte und Strategie liess ihn jedoch nie ganz los, und so entschloss er sich gegen den Widerstand seiner besorgten Eltern zum Eintritt in die Armee und begann seine Kadettenausbildung 1860 am VMI. Bei Ausbruch der Spannungen zwischen Nord und Süd entschied er sich für den Süden und meldete sich 1861 freiwillig zur CSA. Er fand sich alsdann in Co. A der 1. Virginia Cavalry als Private wieder, weil er etwas von Pferden verstand und auch ein brauchbares Reitpferd sein Eigen nannte. Sein Pferd, welches er zu Ehren seiner Schwester Cathy nannte, ging am 28. September 1862 bei einem Aufklärungsritt verloren. Um nicht zur Infantry versetzt zu werden, bat er einen Studienfreund um ein Darlehen, mit dem er sich ein frisches Pferd erwerben konnte, was, unter den Umständen der gegebenen Zeit, wo Pferde Mangelware waren, gar nicht so einfach war! Den 1. Dezember 1862 vergass er zeitlebens nie mehr wurde er doch an jenem Tag am frühen Morgen auf einem Kurierritt aus dem Hinterhalt beschossen und schwer verwundet gefangen genommen. Die Depesche, die er bei sich trug, vermochte er noch zu vernichten, bevor die Unionssoldaten Hand an ihn legen konnten. Es folgten lange Wochen in einem Gefangenenlager, wo er physisch und psychisch ausserordentlich litt sein Überlebenswille und sein Heimweh liessen ihn jedoch durchhalten und so nahm er am 2. Februar 1863 die Gunst der Stunde wahr und floh. Als Versprengter wurde er am übernächsten Tag von einem Vorposten des 6th Alabama Cavalry Regiments aufgegriffen. In diesem Regiment traf er 2 ehemalige Kameraden aus der VMI Zeit wieder und so kommte seine abenteuerliche Geschichte bestätigt werden. In der Folge trat er als Freiwilliger ins Regiment ein. Aufgrund seiner militärischen Kenntnisse und seiner Zeit am VMI sowie auf Grund des Umstandes, das NCO's und Offiziere immer weniger wurden, wurde er nach mehreren erfolgreichen Einsätzen zum 2nd Lt befördert. Diesen Rang behielt er bis zum Ende des Krieges. Während eines Einsatzes als Vorposten und Späher machte er im Hause der Mc Culloghs (Rev. Phil und Mary Elizabeth Mc Cullogh) halt, deren Tochter Susan Mary ihm ausserordentlich gefiel. Nach einem intensiven Briefwechsel und einem Besuch während der Winter-Camp Zeit 1863/64 kamen sie sich näher und heirateten in der Folge am 28.April 1864 in Mt. Willing, Lowndes County.

Nach dem Krieg zogen die beiden jungen Eheleute nach SELMA, wo er als Lehrer zu arbeiten begann und wo die drei Kinder zur Welt kamen und gross gezogen wurden.

Charles Henry Floyd starb im Winter 1895/96 an einer Lungenentzündung im Beisein seiner Familie in Selma.